Download
Meierei Neukirchen.pdf
Adobe Acrobat Dokument 249.0 KB

Die Meierei in Neukirchen

gestaltet von Jason Hagen

(Mai 2021)

 

In Neukirchen gab es früher eine Meierei. Wie der Milchtransport im Winter 1939 aussah, gibt beispielhaft ein Bericht von Karl-N. Brodersen in den Wiedingharder Nachrichten eindrucksvoll wieder. Auszugsweise wird er hier wiedergegeben, die Namen sind abgekürzt.

[…] Schon früh am Morgen musste das Pferd, eine ruhige Schleswiger Stute namens „Liese“, gefüttert werden. Im Winter ging es um sechs bis halb sieben Uhr los, es war noch dunkel. Bei H.F. (…) wurden die ersten Kannen aufgeladen. Nach Matzhallig – damals ein Kleiweg wurde umgespannt vor einen Schlitten. Das Gleiche galt auch nach dem Hof Bever, wo die meisten Kannen standen. Im Sommer, wenn die Kleiwege trocken waren, konnten wir dort auch mit dem großen Milchwagen fahren. 

Einmal in der Woche mussten wir von Matzhallig eine Kiste mit Eiern für den Kaufmann N.J., Süderdeich mitnehmen. 

Wieder an die Straße zurück wurde vor den Milchwagen gespannt. Weiter ging es zu H.C. (…). Dort wurde gekehrt und ab ging es nach Neukirchen. (…) Fast jedes Haus am Süderdeich hatte 2-4 und mehr Milchkühe. 

(…) Jeder wollte gern den anderen (Milchwagenfahrern) an der Meierei sein. So wurde das Pferd fix angetrieben. Wir mussten ja noch an vier Stellen die Kannen aufladen. An der Rampe angekommen wurde zuerst das Pferd mit einer Decke abgedeckt, weil es schwitzig war. Dann wurden die Bestellungen in dem Butterkeller abgegeben, in Körben oder Taschen und auch kleine Kannen für Milch oder gute Buttermilch.

Anschließend wurden die Kannen reingetragen und in die Milchwaage gekippt. […]