Archiv 2015


Viel Lob für die neue Schulleiterin

Artikel aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 28. Februar 2015






Schulleiterin Petra Christiansen

mit Schulrätin Maike Jennert. Foto: cw


NEUKIRCHEN  Nun ist es ganz offiziell. Petra Christiansen ist der neue Schulleiterin der Emil-Nolde-Schule in Neukirchen, einer Grund- und Gemeinschaftsschule mit Außenstelle in Wimmersbüll. Während einer stimmungsvollen Einweihungsfeier erhielt sie aus den Händen der Schulrätin Maike Jennert die Ernennungsurkunde der Schleswig-Holsteinischen Kultusministerin.

Die Turnhalle war mit allen 360 Schülern, dem Lehrerkollegium, ehemaligen Mitstreitern, den Schulleitern der benachbarten Schulen, den Bürgermeistern der angehörigen Gemeinden des Schulverbandes sowie der Familie der neuen Chefin bis auf den letzten Platz gefüllt. Nachdem der Vorgänger Bendix Brodersen vor einem Jahr in den Ruhestand verabschiedet wurde, geht damit nun die Vakanz zu Ende, so die Schulrätin. Aber Petra Christiansen war während dieser Zeit schon als kommissarische Schulleiterin tätig. „Sie treten zwar in große Fußspuren, aber das macht uns keine Angst, denn sie sind dem mit ihrer außerordentlich tüchtigen, sympathischen, engagierten und hilfsbereiten Art unbedingt gewachsen“, sagte Maike Jennert. Sie bezeichnete Petra Christiansen als Kind dieser Region, die stets ihre Heimatverbundenheit bewiesen hat. „Alle freuen sich mit Ihnen, denn Sie können jetzt Ihren Traumjob hier an ihrer Schule antreten“, rief die Schulrätin aus.

Mit dem Lied „If you’re happy“ sorgte die Klasse 3 für die musikalische Einstimmung der Einführungsfeier. In launigen Worten von „Katzenfreund zu Katzenfreundin“ bezeichnete Kay Ingwersen vom örtlichen Personalrat Petra Christiansen als die erste Geigerin, die wichtigsten Person im Orchester, die einspringt, wenn der Dirigent nicht da ist. „Jetzt bist Du da, und wir haben das gut mit Dir getroffen, denn Du bist eine wirklich gute Schulleiterin mit Planbarkeit und Verlässlichkeit“, sagte Kay Ingwersen und überreichte scherzhaft eine Glocke, damit sie auch das Lehrerkollegium bei Sitzungen zur Ordnung rufen kann. Blumen gab es vom Schulverbandsvorsteher Friedhelm Bahnsen: „Heute ist ein ganz besonders schöner Tag!“ In jahrelanger, sehr guter Zusammenarbeit haben sich alle von der Kompetenz Petra Christiansens überzeugt. Sie war von allen – Kindern, Lehrerkollegium, Eltern, Schulverband – stets die Wunschkandidatin für den Schuleiterposten.

Das bestätigte die Schulelternbeiratsvorsitzende Doreen Schweikert, die Petra Christiansen als eine Person bezeichnete, die versucht, verschiedene Interessen zu vereinbaren, um möglichst allen Gerecht zu werden. „Wir haben uns gefühlt, wie ein Schiff ohne Kapitän“, so die Schülersprecherinnen Emily Johannsen und Sina Barz, die ein großes Bild mit Blüten von jede der 20 Klassen parat hatten. Dazu gab es ehrlich gemeinte gute Wünsche von je einem Kind jeder Klasse, der 1a bis zur 10b.

Aufgelockert wurden die Feier mit musikalischen Darbietungen verschiedener Klassen und Chöre. Petra Christiansen („Ich habe ein Jahrespraktikum hinter mir“) dankte für die Wertschätzung. „Schüler und Lehrer leben hier eine engagierte Gemeinschaft, getreu dem Motto der Emil-Nolde-Schule: Energie für die Zukunft“, sagte sie unter großem Beifall und Standing Ovation.

Hans Werner Christiansen


„Noldawia“ – das Dorf der Schüler

Artikel aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 9. März 2015


360 Schüler schufen in ihrer Fantasie-Gemeinde eine funktionierende Wirtschaft und übten sich im Sozialverhalten


NEUKIRCHEN  Die „Emil-Nolde-Schule“ in Neukirchen ist wieder zum Dorf „Noldawia“ umgewandelt worden, einem Fantasie-Ort mit verschiedenen Betrieben und Institutionen. Dieses sechste Projekt seiner Art wurde 2003 ins Leben gerufen und hat sich im zweijährigen Rhythmus zu einer fest Einrichtung an diesem innovativen Lehrinstitut etabliert.

Alle 360 Schülerinnen und Schüler von der ersten Grundschulklasse bis zur zehnten Realschulklasse, das gesamte Lehrerkollegium sowie zahlreiche Eltern wirkten bereits in der Vorbereitungszeit mit, um das Schulgelände in ein lebendiges, vielfältiges Dorf zu verwandeln. Viel Unterstützung erhielten sie dabei von mehreren heimischen Betrieben, die von den Schülern selbst angesprochen worden waren. Im Verwaltungstrakt hatte das Regierungsviertel seinen Hauptsitz mit der Lehrerin und Projektleiterin Dörte Momsen als „Verwaltungs-Chefin“. Ihr zur Seite stand der Schüler Tim Eggers als Bürgermeister, der auch die Eröffnungsrede hielt und dabei das obligatorische Band durchschneiden durfte.

Die große Aula war zum Marktplatz umfunktioniert, jeder Klassenraum zu einem Betrieb umgewandelt und die Schulgänge erhielten passende Namen wie Zwergengasse (Grundschule), Schelmengang, Einstein-Allee oder Orientstraße. Projektleiterin Dörte Momsen: „Dieses Projekt ist eine Wirtschaftssimulation, wo Schüler lernen, wie es im richtigen Berufsleben und darüber hinaus zugeht.“ Hier arbeiten alle Altersgruppen zusammen. Denn wie in richtigen Firmen gab es Leiter und Geschäftsführer (9. und 10. Klassen), Gesellen und Mitarbeiter (5. bis 8. Klassen) sowie Lehrlinge (Grundschüler). Als Aufsichtsräte fungierten jeweils Lehrer und Eltern, wobei fünf Betriebe – eine Besonderheit – ausschließlich von Eltern beaufsichtigt wurden.

Tim Eggers sprach zwar von etwas Stress, hob aber die tollen Erfahrungen hervor – darunter, wie man mit Praktikanten umgehen sollte. So mussten die Schüler zuvor in einem Bewerbungsbogen ihr Betriebsinteressen für fünf Berufsarten auswählen. In dem entsprechenden Betrieb galt es dann, zu arbeiten und Geld zu verdienen, das dann auch wieder in Noldawia ausgegeben werden konnte. Die Währung war nicht Euro und Cent, sondern die dorfeigene Währung von „Nolde“ und „Puk, die eigens in den Wechselstuben der Nolde-Bank getauscht werden konnte. Reger Betrieb herrschte beim eigenen Postamt mit einem eigenen Paketdienst. Auch die Presse und eine Werbeagentur, die ein eigenes Nolde-Blatt mit allerhand Beiträgen, Wissenswertem, Interviews und Anmerkungen herausbrachten, gehörten zum Angebot. Beim „Trödel-Trupp“ wurden aufpolierte Gegenstände wie Bücher oder Kerzenständer verkauft, ebenso in der Firma „Aus alt wird neu“. Vogelkästen und Futterstellen stellte die Firma „Tschiepi“ her, während bei „T-shirts4you“ T-Shirts und Einkaufsbeutel bunt bedruckt wurden. Das Knopfstudio stellte Schmuck aus Perlen und Knöpfen her, und im Tattoo-Studio gab es Hennas und Haarstyling. Künstlerisch tätig waren kleine Maler, die Nolde-Bilder malten, um sie zu verkaufen. Aber auch für das leibliche Wohl sorgten die Betriebe Pizzaflitzer, Waffel-Bude, Fancy Cupcakes und Candy Factory mit selbst hergestellten Bonbons, Lollis und sonstigen Leckereien.

Bei der öffentlichen Präsentation wollten die Besucherströme von Eltern, Oma und Opas, Verwandten, Freunden und sonstigen Gästen kaum enden. Alle Nebenstraßen des Schulgeländes waren zugeparkt und an jedem Stand der „Firmen“ herrschte großer Andrang, so dass einige bereits vorzeitig „ausverkauft“ melden mussten.

Hans-Werner Christiansen


Mit Blumen und Liedern in den Ruhestand

Artikel aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 30. Januar 2015

Mit einem „großen Bahnhof“ wurde die bekannte und beliebte Lehrerin Ingrid Hansen von der Grund- und Gemeinschaftsschule Südtondern in Neukirchen in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Da sie nur unweit von der Schule wohnt, holten die Schüler der Grundschulklassen mit den Kolleginnen sie zu Fuß von Zuhause ab. Natürlich wusste Ingrid Hansen nichts von diesem Aufmarsch, war daher freudig überrascht und ließ sich von den Kindern zurück zur Schule eskortieren.

Zur Verabschiedungsfeier in der Aula durfte Ingrid Hansen auf der Bühne eigens auf einem „Thron“ sitzend eine von der stellvertretende Grundschul-Koordinatorin Dörte Momsen organisierte feierliche Zeremonie genießen. Nach der Begrüßung durch die Schulleiterin Petra Christiansen, brachten die dritten und vierten Klassen eigens auf Ingrid Hansen getextete Lieder und Reime zum Besten. Ein Tenor dabei war: „Darum fällt der Abschied uns so schwer – wir geben Frau Hansen nicht gern her.“

Blumen und ehrende Worte zum Berufs-Abschied gab es von der Schul-Elternbeiratsvorsitzenden Doreen Schweikert. Ebenso von den beiden Schulsprecherinnen Emily und Sina, die betonten, dass Ingrid Hansen schon deren Eltern unterrichtet hatte. Eine Überraschung gab es, als hinter einem Vorhang plötzlich zwei Lehrer-Kolleginnen aus dem dänischen Skärbek hervorkamen. Mit der dortigen Schule hatte Ingrid Hansen seit 2007 grenzüberschreitenden Schüler-Austausch und gemeinsame Aktionen unternommen. Nach der Melodie „We will rock you“ sangen alle kleinen und großen Gäste zum Abschluss gemeinsam „Tschüss, liebe Frau Hansen“.

Ingrid Hansen, in Königsacker (Bramstedtlund) geboren, studierte nach dem Abitur an der FPS in Kiel. Nach erfolgreichen Abschluss begann ihre Lehrerlaufbahn in Wesselburen, um nach einem Jahr von dort nach Neukirchen zu wechseln. An der hiesigen Schule ist sie dann knapp 40 Jahre verblieben und hat fast alle Klassen von der Grund-, Haupt und Realschule unterrichtet.